Museum für Naturkunde Tierstimmenarchiv
Aufnahme V1732_26   
Jagdfasan (Phasianus colchicus):
Fünf auffliegende Tiere
Aufgenommen von:
Aufnahmedatum:
Ort der Aufnahme:
D. Wallschläger
17.04.1983
Wuhletal
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 Die Geschichte des Tierstimmenarchivs

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Das Aufzeichnen von Tierstimmen hat in Berlin eine lange Tradition. Bereits in den 1930er Jahren erschienen die ersten Schallplatten mit Vogelstimmen - Oskar Heinroths und Ludwig Kochs "Gefiederte Meistersänger - Das erste tönende Lehr- und Hilfsbuch zur Beobachtung und Bestimmung der heimischen Vogelwelt".

Tierstimmen aus dem Zoologischen Institut

Prof. Günter Tembrock

Prof. Günter Tembrock (1918-2011) Begründer des Tierstimmenarchivs (Aufn. H. Zappe)

Der Grundstein für das Tierstimmenarchiv wurde am 30.Oktober 1951 gelegt, als Günter Tembrock mit einem speziell für das Zoologische Institut der Humboldt-Universität zu Berlin gebauten Tonbandgerät die Stimme eines freifliegenden Waldkauzes aufzeichnete, der vom Gelände des Tiergartens kommend seinen gekäfigten Artgenossen im Hofe des Instituts einen Besuch abstattete. Anliegen der Sammlung war, die Lautäußerungen als eine Form des Verhaltens der Tiere zu dokumentieren. Dabei standen zunächst die im Institut gehaltenen Rotfüchse im Mittelpunkt bioakustischer Untersuchungen. Von Januar 1952 bis April 1966 wurde die akustische Kommunikation der Füchse auf 345 Bändern mit einer Gesamtspielzeit von über 20 Stunden dokumentiert. Der 1958 unter wissenschaftlicher Leitung von Günter Tembrock erstellte Hochschulfilm "Lautforschung an Vulpes vulpes L. und anderen Caniden" war weltweit der erste Film, der speziell Fragen der akustischen Kommunikation von Tieren gewidmet war.

Aufnahmen aus Freiland und Zoos

Fuchswelpen

Fuchswelpen im Zoologischen Institut der Humboldt - Universität im Jahre 1956

Mitte der 1950er Jahre wurden verstärkt die Tierbestände der beiden Berliner tiergärtnerischen Einrichtungen (Tierpark und Zoo) in die bioakustischen Untersuchungen einbezogen. Die hier erstellten Aufnahmen bildeten in nicht unerheblichem Masse die Grundlage für Tembrocks Übersichtsarbeit zum akustischen Verhalten von Säugetieren, erschienen in dem von R.G. Busnel 1963 herausgegebenen Sammelband "Acoustic behaviour of animals".

Mit der Entwicklung transportabler Aufnahmegeräte wurden ab 1960 auch Aufzeichnungen im Freiland möglich. Diese bildeten die Basis für die 1967 im VEB Deutsche Schallplatte (ETERNA) von Günter Tembrock und Michael Schubert erschienenen "Waldvögel", der ersten Platte der Serie "Stimmen der Vögel Mitteleuropas". Dr. Michael Schubert, der von 1965 bis 1968 die Tierstimmensammlung am Zoologischen Institut betreute, führte diese Plattenserie konsequent fort. Auf 6 Langspielplatten wurden die Stimmen von 186 einheimischen Vogelarten vorgestellt und waren für zahlreiche Laienornithologen ein unentbehrliches Hilfsmittel.

Während zunächst Freilandaufnahmen aus dem Berliner und Brandenburger Raum dominierten, kamen später auch Aufnahmen aus entlegeneren Regionen hinzu. Hier seien die von Dieter Wallschläger im Rahmen der vom Kulturbund der DDR organisierten ornithologischen Exkursionen in die Mongolei (1979 und 1983) und von Ulrich Lundberg im Rahmen der Antarktisexpedition (1981/82) erstellten Aufzeichnungen zu nennen.
1995 wurde das Tierstimmenarchiv an das Museum für Naturkunde angegliedert.

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